KULTFILMNACHT IM KURTHEATER
Zweite besondere Kultfilmnacht 2026
-Aus Anlass des Internationalen Frauentags-
"ANGEKLAGT" (USA 1988)
Sexualdelikte wie Vergewaltigung und sexueller Missbrauch gelten als verabscheuungswürdig und rufen oft großes Entsetzen hervor. Die Zahl solcher erfassten Straftaten in Deutschland steigt seit Jahren an und erreichte 2024 einen neuen traurigen Rekord von rund 128.000 Fällen, wobei weiter von einer sehr hohen Dunkelziffer nicht bekannt gewordener Delikte ausgegangen werden muss. Häufig sind die Opfer zu traumatisiert oder eingeschüchtert, um ein solches Verbrechen zu melden, fürchten sogar eine Mitschuld und - was sehr oft passiert- die "Täter-Opfer-Umkehr". Kommt es tatsächlich einmal zu einem Prozess, dann sind milde Strafen, die meist zur Bewährung ausgesetzt werden, an der Tagesordnung.
Nur wenige Spielfilme haben dieses Thema aufgegriffen und dadurch eine oeffentliche Debatte angestoßen. 1988 brach der amerikanische Regisseur Jonathan Kaplan mit "Angeklagt" ein Tabu in Hollywood. In seinem bis heute aufwuehlenden Justizdrama wird eine Gruppenvergewaltigung an einer jungen Frau verhandelt. Jodie Foster, die 1989 für ihre Darstellung der Sara Tobias mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, spielt eine Kellnerin, die unter dem Gejohle von Barbesuchern von drei Maennern vergewaltigt wird. Als die Taeter nur wegen Körperverletzung verurteilt werden, strengt sie die Neuauflage des Prozesses an. Die Staatsanwältin (Kelly McGillis), die waehrend der ersten Verhandlung nicht vollständig von der Unschuld der lebenslustigen jungen Frau überzeugt war und die Frage nach der "Mitschuld" des Opfers für sich schon mit "Ja" beantwortet hatte, setzt sich ueber ihr Klassendenken und ihre Vorurteile hinweg und versucht, in einem Musterprozess die Verurteilung der Anstifter zu erwirken.
Das Drehbuch des Films beruht auf dem wahren Fall der damals 21-jährigen Cheryl Araujo, die am 6. März 1983 in einer Bar in Massachusetts zum Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde und vier Jahre später aus bis heute ungeklärten Gründen bei einem Autounfall ums Leben kam.
Die Filmkritiken lobten einhellig das „effektvoll inszenierte, hervorragend gespielte Gerichtsdrama“ und nannte das Werk "einen glaenzenden Beitrag für mehr Gerechtigkeit".
Durch den Abend führt wie immer Angelika Grages.
ca. 140 min. mit Vorprogramm | ab 16 J. | Drama | Eintritt: 12,- € (Abendkasse: 14,- €) | Einlass 30 Min. vor Beginn der Vorstellung
Bitte beachten Sie:
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