Das Kino im Kurtheater verwöhnt seine Gäste mit einem literarisch-musikalischen Filmabend zum Thema Liebeskummer.
„Anfangs wollt`ich fast verzagen,
und ich glaubt`, ich trüg`es nie;
und ich hab`es doch getragen –
aber fragt mich nur nicht: wie?“
Wer kennt nicht so anrührende Gedichte wie dieses von Heinrich Heine, der Norderney so liebte und dessen Standbild nicht von ungefähr direkt vor dem Kurtheater einen bleibenden Platz gefunden hat? Kleine lyrischen Kostbarkeiten zum Thema Liebeskummer sind – obwohl sie an vergangenes Leid erinnern- wunderschön, weil in ihnen auch immer etwas von jenem Glück mitschwingt, dass man einst so lieben konnte oder vielleicht auch ebenso geliebt wurde. Aber auch in der momentanen Seligkeit schwebt oft schon ein Hauch der Angst - die Ahnung von Vergänglichkeit. Die Literatur ist von jeher der Zufluchtsort der unglücklich Liebenden gewesen. Tränenbäche wegen unglücklicher Liebe wurden hier vergossen; sei sie unerwidert, sei sie verletzend, verzehrend, demütigend, sei sie hoffnungslos oder zeige sie sich bloß zu spät. Die Zeilen fließen nur so über den Kummer des Verlustes, über den Tod des geliebten Menschen oder den Tod der Liebe. Wer sich wie das Kino im Kurtheater mit seinen Filmkultnächten der Kunst verschrieben hat, kommt an diesem alles beherrschenden Gefühl nicht vorbei. Am Freitag, dem 19. März – am Vorabend des Frühlingsanfangs also – wird dieses bewegende Thema im Rahmen der ersten Filmkultnacht dieses Jahres von allen Seiten künstlerisch beleuchtet werden. Der bekannte junge Norderneyer Pianist Sven Großkopf, der in Hamburg Musik studiert, wird einfühlsam mit melancholischen Liedern und Filmmusikthemen jene Klangkulisse schaffen, um die sich sowohl klassische als auch moderne Gedichte von Goethe bis Hesse, von Kästner bis Busch, aber auch Liedtexte von Udo Jürgens und Reinhard Mey ranken, die von Angelika Grages, die gemeinsam mit Uwe Fokken die Norderneyer Filmkultnächte organisiert, vorgetragen werden. Und da zum Weinen auch der Wein gehört und zu diesem wiederum Käsegebäck, so gibt es beides als Angebot in der Pause für alle Gäste, die bereits zu Beginn mit einem Taschentuch an der Kasse empfangen wurden. Der wohl schönste Film zum Thema Liebeskummer flimmert dann über die Leinwand des wunderschönen nostalgischen Theaterraumes. Mit „Die Brücken am Fluss“ will das Kino im Kurtheater aber auch die letzte noch lebende Hollywoodlegende Clint Eastwood ehren, die am 31. Mai dieses Jahres 80 Jahre alt wird. 1995 gelang ihm nicht nur als Hauptdarsteller an der Seite Meryl Streeps, vor allem aber als Regisseur eine unvergleichlich gefühlvolle filmische Umsetzung des Romans von Robert James Waller. Kritiker bescheinigten ihm nach der Uraufführung , dass es ihm gelungen sei, den wohl besten und schönsten Frauenfilm überhaupt gedreht zu haben:
Sommer 1965: Auf einer Fotoreportage über die überdachten Brücken in Iowa lernt der Fotograf Robert Kincaid (Clint Eastwood) Francesca Johnson (Meryl Streep) kennen, die mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern eine Farm bewirtschaftet. Die zufällige Begegnung wird für die beiden nicht mehr ganz jungen Menschen ihr Schicksal. Die große und einzige Liebe verspricht all das, was beide ihr Leben lang vermisst haben, was aber nur vier Tage lang dauern darf....
Karten zu diesem außergewöhnlichen Abend gibt es zum Preis von 8,- Euro ab sofort im Vorverkauf .